Das "Projekt der Woche" Nummer 8
vom 5. Februar - 12. Februar 2010:

Meldeplattform Radverkehr für die Region Frankfurt RheinMain

Die Webseite Meldeplattform Radverkehr ermöglicht es, bauliche und die Verkehrssicherheit beeinflussende Mängel für den Radverkehr auf einer digitalen Karte zu verorten und die Meldung mittels eines Mängelkatalogs, ggf. mit digitalen Fotos ergänzt, zu beschreiben.
Der zuständige Sachbearbeiter der betroffenen Kommune wird mittels E-Mail über den Meldungseingang informiert. Die eingehenden Meldungen werden über die Plattform verwaltet und auf einer Übersichtskarte dargestellt. Die meldende Person wird über den Eingang der Meldung und ggf. auch über den Bearbeitungsstand informiert.



Den Radverkehr zu stärken ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität in der Region Frankfurt RheinMain. Neben einer fahrradfreundlichen Verkehrsplanung und dem Ausbau des Fahrradwegenetzes sind auch die Wartung der existierenden Radverkehrsanlagen und die Beseitigung von Gefahrenquellen unentbehrlich. Daher bemühen sich die zuständigen Ämter, Schäden an Radverkehrsanlagen zeitnah aufzudecken und zu beseitigen. Die Gefahrenquellen und Schäden im alltäglichen Radverkehr sind vielseitig: Risse oder Unebenheiten in der Fahrbahnoberfläche, zu hohe Bordsteine, Pfützen durch unzureichende Entwässerung, in den Weg ragende Pflanzen, die das Radfahren behindern, fehlende Markierungen, undeutliche Beschilderung oder unsichere Abstellanlagen. Um Informationen über diese Schäden und Mängel schnell und kostengünstig zu erhalten, bietet sich die Mitarbeit derer an, die die Mängel feststellen – also die Radfahrer selbst. Die Übermittlung dieser Informationen ist mancherorts aber derzeit schwierig, da die Radfahrer keine zentrale Anlaufstelle für solche Meldungen haben. Der direkte Weg zu den zuständigen Ämtern ist in den meisten Fällen sehr zeitaufwendig und wird deshalb nur von wenigen Bürgern genutzt. Beispiele im In- und Ausland zeigen, dass zentrale Anlaufstellen für das Melden von Schäden von der Bevölkerung gut angenommen werden.
Konkret entsteht die zentrale Anlaufstelle für die Region Frankfurt RheinMain über eine benutzerfreundliche Internetplattform, die in den Hessischen Radroutenplaner integriert wird. Über diese Meldeplattform kann jeder Bürger in wenigen Schritten Meldungen eingeben. Zuerst wird der Schaden mit einer Meldung auf einer digitalen Karte verortet. Danach folgt die Meldungsbeschreibung, die so weit wie möglich standardisiert über ein Mängelkatalog erfolgt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Bilder, die die Meldung erläutern, hinzuzufügen. Abschließend kann sich der Radfahrer mit seiner E-Mail Adresse identifizieren, um so für eventuelle Rückfragen zur Verfügung zu stehen.
Nach der vollständigen Eingabe wird die Meldung via E-Mail an den zuständigen Ansprechpartner der Kommune weitergeleitet. In einem mit Passwort geschützten Bereich der Meldeplattform erhalten die Kommunen die Möglichkeit, die Meldungen zu verwalten. Sie können den Meldungen unter anderem eine Dringlichkeit zuteilen, den Meldungsstatus angeben und die Meldung innerhalb der Verwaltung und an andere zuständige Stellen weiterleiten. Zusätzlich können die Kommunen dem Bürger, der die Meldung angelegt hat, eine Antwort schicken. Die Kommunen erhalten ebenfalls die Möglichkeit, sich alle sie betreffenden Meldungen auf einer Karte anzeigen zu lassen und diese nach bestimmten Suchkriterien zu filtern. Für die Behörden ist es eine große Hilfe, wenn sie zeitnah gut dokumentierte Informationen über bestehende Schäden und unsichere Situationen auf den Radwegen bekommen. Damit stellt ein solches Meldesystem für die Behörden eine wesentliche Arbeitserleichterung dar. Für den Bürger bedeutet diese innovative Plattform eine deutliche Senkung der Hemmschwelle, Probleme an die Behörden zu melden. Dadurch trägt diese Plattform zu mehr Bürgernähe und einem sicheren und nachhaltigen Verkehr bei. Für dieses Projekt arbeitet die ivm GmbH eng mit den Kommunen der Region, dem ADFC-Hessen, dem Land Hessen und dem Radfahrbüro Frankfurt zusammen. Die technische Umsetzung erfolgt durch das Aachener Ingenieurbüro IVV. Ein Probebetrieb beginnt im Dezember 2009 mit acht Kommunen der Region. Er soll dazu dienen, das System zu optimieren und Mängel zu beheben. Ab April 2010 soll das System für die ganze Region Frankfurt RheinMain eingeführt und der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Meldeplattform wird dann über den Radroutenplaner Hessen erreichbar sein.


Mehr Informationen:

Ausführliche Projektbeschreibung.


Träger:
ivm GmbH (Integriertes Verkehrs- und Mobilitätsmanagement Region Frankfurt RheinMain)

Kontakt:
Jan Annendijck (Projektleiter)
Dr. Jürg Sparmann, Rolf Valussi
(Geschäftsführung)
Lyoner Straße 22
60528 Frankfurt am Main
069 / 66075932
j.annendijck@ivm-rheinmain.de
Die Meldeplattform ist ab dem Frühling
erreichbar über http://www.radroutenplaner.hessen.de




Das Projekt der Woche:
In der Zeit vom 18. Dezember 2009 bis 26. Februar 2010 wird ein Projekt je eine Woche lang als "Projekt der Woche" ausführlich auf unseren Internetseiten präsentiert! Wir greifen auf spannende Projekte aus den Vorjahren zurück, aber auch auf erste Einsendungen aus 2009. Die Auswahl als "Projekt der Woche" ist unabhängig von der Entscheidung der Jury.

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