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Das "Projekt der Woche" Nummer 6
vom 3. April - 9. April 2009:

Tool-Box - Spezialfahrrad

Das Seminar „Tool Box“ - Spezialfahrrad - Ein Gewinn für Menschen mit Handicaps ist ein Methodenseminar an der FH Dortmund im Fachbereich „Angewandte Sozialwissenschaften“. Es richtet sich an Studenten die den Schwerpunkt ihres Studiums auf den Tätigkeitsbereich „Behindertenarbeit“ gelegt haben. Sinn des Seminares ist, sportpädagogische Methoden zu vermitteln, die u.a. auch für Menschen mit Handicaps möglich sind. In diesem Zusammenhang dient das Sem. als „Kommunikationsmaßnahme“, um die Spezialräder kennenzulernen, sie zu testen und auszuprobieren sowie eine Einschätzung daraus, welche technischen Lösungen es für welche Behinderung gibt. So können die zukünftigen Sozialarbeiter dieses Sportangebot in ihre potentielle Arbeitswelt implementieren und das Radfahren als geeignete Methode mittels technischer Lösungen anbieten. Das Radfahren kann so auch wieder Menschen mit Handicaps mobilisieren und eine Bereicherung für ihr soziales Leben darstellen.

Das Seminar „Tool-Box“ - Spezialfahrrad beinhaltet 28 Semesterwochenstunden und wird als Blockveranstaltung einmal pro Semester für die FH Dortmund durchgeführt. Die Idee entstand aus dem Tool-Box Seminar - Sportpäd. Methoden in der sozialen Arbeit. Hintergrund dieser Idee ist, dass ich für den EN-Tourismus Angebote im touristischen Bereich entwickeln und die Kooperation zu dem Händer „Trimobil“ auch dazu inspirierte, das Thema Spezialfahrräder zielgruppengerecht zu didaktisieren. Die Spezialfahrräder gewinnen immer mehr an Bedeutung auch im Freizeitsport. Dreiräder sind sportlich und wendig und können viel Spaß machen. Zusätzlich sind sie aber eine sehr nützliche Mobilitätshilfe für Menschen von leichten bis schweren Handicaps. Die Handicaps reichen von Schwindel und Gleichgewichtsproblemen bis hin zu Spasmus, einseitige Lähmung und Querschnittslähmungen. Die Fa. Trimobil baut auf der Grundlage unterschiedliche Modelle die Komponenten so um, dass sie (fast) jeder Behinderung gerecht werden können. So können Menschen mit einer Querschnittlähmung ein Handbike nutzen, bei einseitiger Lähmung werden Bremse und Schaltung auf eine Seite umgebaut, Sehbehinderten wird durch das Tandemfahren das Radfahren wieder möglich, usw. Es können zu 99 % alle techno Notwendigkeiten individuell gelöst werden. In diesem Seminaren ist es wichtig aufzuzeigen: 1. Welche Art der Fahrräder es gibt?; 2. Welche technische Lösung passt zu welcher Behinderung? und 3. Ausprobieren, erleben und „erfahren“. Die Erfahrung, sich als nicht-Behinderter mit dem Rad auf den Weg zu machen verändert die Perspektive. Die Studenten bekommen einen Einblick, wie sich eine Behinderung auf dem Rad „anfühlt“ und ein Gespür dafür, was im Straßenverkehr geht und was nicht. Das Thema „barrierefreies Radfahren“ wird so deutlich, als wenn man sich aufrecht auf zwei Rädern bewegt. Manche Radwegesperrungen und Straßenüberquerungen stellen für Behinderte ein Hindernis dar, dass es zu überwinden gilt. Das selbst zu erfahren hilft dem Studenten bei späterer Umsetzung z.B. einer Radtour mit dieser Zielgruppe den Weg sorgfältig zu planen und sich mit folgenden Fragestellungen auseinanderzusetzen: „Was ist, wenn am Handbike mit einem querschnittsgelähmten Sportler der Reifen platzt?“; „Wie ist die Kondition meiner Teilnehmer und wie lang darf die Wegstrecke sein?“; „Wie verhalte ich mich als Gruppe im Straßenverkehr?“; „Wie schätzen uns die Autofahrer ein?“; „Wo gibt es behindertengereichte WC‘s unterwegs?“, usw. Diese Fragen können in einem Seminar nicht schlussendlich beantwortet werden, dafür werden die Studenten jedoch sensibilisiert, sich mit dieser Fragestellung auseinanderzusetzen. Während des Seminars in der Werkstatt der Fa. Trimobil haben die Studenten an zwei Tagen Zeit, sich mit den Rädern vertraut zu machen. Zum Abschluss dieses Seminars findet eine längere Radtour unter Realbedingungen statt. Die Radtour findet auf der Erzbahntrasse in Bochum (Jahrhunderthalle - Zeche Hannover - Zeche Zollverein) statt. Auf dieser Strecke ist ein weiterer Aspekt das Erlebnis „Industriekultur“ . Es wird vermittelt, dass das Radfahren nicht nur gesundheitsfördernd und leistungsorientiert ist. Es dient vielmehr dazu, seine Gegend zu erkunden, etwas zu lernen und zu erleben. Das Fahrradfahren ist mittel zum Zweck und als Fortbewegungsmittel ein idealer Ersatz im Stadtverkehr zu PKW und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Oftmals nehmen auch Studenten teil, die eine Behinderung haben, um das Radfahren für sich als Freizeitspaß und ihre Arbeit als sportpädagogische Methode entdecken.

Das Seminar dient als Multiplikator und Vermittler zur Nutzergruppe. Es ist wichtig, dass gerade bei dieser Zielgruppe das Thema von Menschen vermittelt wird, die Spaß an ihrer Arbeit haben, die Menschen ermutigen können und authentisch dabei sind. Es reicht nicht das Wissen um die Existenz der Räder. Das Radfahren bedeutet Menschen mit Behinderungen mehr als Mobilitätshilfe. Es ist für sie ein Grad an Freiheit, schafft sozialen Raum, mehr Aktivitätsmöglichkeit und Anerkennung. Dies widerum schließt immer ein Maß an Angst und Unsicherheit mit ein, die es gilt zu überwinden. Dazu helfen Menschen, die dies mit Selbstsicherheit und Empathie vermitteln.

Zukünftig sollen weitere Seminare in das Stadtteilprojekt „Soziale Stadt Witten-Annen in Bewegung“ implementiert werden. Erfahrungsgemäß haben auch Ärzte, Apotheker und andere Partner im Gesundheitsnetz keine Kenntnis über diese Räder. Ich möchte mit diesen Seminaren mehr Kenntnis über die Räder vermitteln, bzw. generell deren Existenz verbreiten. Partner im Gesundheitswesen sind Multiplikatoren und können ihren Patienten Spezialfahrräder nur empfehlen, wenn sie selbst die Erfahrung damit gemacht haben. Momentan ist eine Empfehlung durch die meiste Ärzten nicht präsent und schließt somit oftmals auch die Förderung von Gesundheitsprävention aus. Wünschenswert ist, den Multiplikatoren im Gesundheits- und Sozialsystem Spezalfahrräder näher zu bringen, damit sie das an Patienten und Kunden empfehlen können. So können auch Menschen mit Behinderungen wieder zum Sport treiben und sich gesund erhalten motiviert werden.

Ausführliche Projektbeschreibung.

Träger:
Be2balance by Susanne Fuchs

Kontakt:
Susanne Fuchs
An der Schlinke 16
58454 Witten
02302 / 39538-24
info@be2balance.de
www.be2balance.de
www.trimobil.de

Das Projekt der Woche:
In der Zeit vom 18. Dezember 2009 bis 26. Februar 2010 wird ein Projekt je eine Woche lang als "Projekt der Woche" ausführlich auf unseren Internetseiten präsentiert! Wir greifen auf spannende Projekte aus den Vorjahren zurück, aber auch auf erste Einsendungen aus 2009. Die Auswahl als "Projekt der Woche" ist unabhängig von der Entscheidung der Jury..

Menschen mit Handicaps mobilisieren Nutzung von Spezialfahrrädern Radtour unter Realbedingungen
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